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Bürgerversammlung "Schutz gegen Wildschweine" - © Simon Schneider, SPD Stahnsdorf

Nachrichten

Bürgerversammlung
»Schutz gegen Wildschweine«

Bürger werden mit den Wildschweinen allein gelassen

Die SPD Stahnsdorf hatte ins Gemeindezentrum eingeladen – und die Bürger kamen zahlreich. Heinrich Plückelmann vom SPD-Ortsverein begrüßte als fachkundiges Forum den Jagdpächter Hans Diwiszek, der seit 42 Jahren Jäger in der Region ist, den stellvertretenden Landrat Christian Stein und Herrn Steffen Weickert, als Hauptamtsleiter verantwortlich für das Ordnungsamt Stahnsdorf.

Dietmar Otto, Fraktionsvorsitzender der SPD Stahnsdorf, gab zunächst den betroffenen Bürgern die Möglichkeit, von ihren Erfahrungen zu berichten. Beeindruckend war die Schilderung einer schwangeren Stahnsdorferin, die nach einem überraschenden Zusammentreffen mit einer Wildsau hinter einem Baum Schutz suchen musste. Oder der Bericht von Schulkindern, die sich auf dem Schulweg nach Begegnungen mit Wildschweinen nicht mehr sicher fühlen. Auch »Bürger Albers«, zugleich Bürgermeister im Ort, berichtete von seinen eigenen Erfahrungen. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Zuhörer die Wildschweine als Gefährdung ansehen und in der Ortslage nicht dulden wollen. Auch die Sicherheit der Kinder im Ort und der Jugendlichen, die gegebenenfalls nachts nach Hause kommen, wurde angesprochen. Ein Bürger allerdings sah in den Zecken die größere Gefahr ...

Der Jagdpächter Hans Diwiszek erklärte die zahlreichen Veränderungen seit der Wende, die zu einem enormen Anstieg der Wildschweine geführt haben. Er betonte die hohe Intelligenz dieser Tiere und den extrem gut ausgebildeten Hör- und vor allem Geruchssinn. Er hat mit seinen Jägern im Gebiet Stahnsdorf in den vergangenen 12 Monaten 40 Tiere erlegt. Jetzt hat er sich vorgenommen, alle Wildschweine abzuschießen, außer »führende Sauen«, also als Jagdziel nur noch die Bestandsreduzierung zu sehen. Den Bürgern rät er zu stabilen Zäunen, die 1,50 Meter hoch und in der Erde verankert sein müssen. Bei Begegnungen mit Wildschweinen ist Ruhe zu bewahren – die Tiere sind Fluchttiere und greifen nicht an, solange sie eine Möglichkeit zur Flucht sehen.

Der Lebendfang mit Fallen bringt nicht die gewünschten Erfolgszahlen, ist für die Tiere eine Quälerei und wie das Beispiel in Kleinmachnow zeigte, auch sonst reichlich problematisch: Falsch verstandene Tierschützer zerstörten die Fallen und befreiten die Tiere. Trotzdem hat Stahnsdorf die Genehmigung des Lebendfangs beantragt.

Die Bejagung auf Straßen, Wegen und Plätzen in der Gemeinde Stahnsdorf wurde bis Ende Oktober genehmigt. Wegen der hohen Gefahren durch Querschläger und auch verletztes Wild müssen die Jäger hier besonders umsichtig vorgehen. Deshalb ist es noch in keinem Fall zu einem Abschuss gekommen. Ähnlich ist dies mit eingefriedetem Privatland. Hier muss der Grundeigentümer die Genehmigung einholen und – wenn ein Tier auf dem Grundstück angetroffen wird – die Jäger oder das Ordnungsamt informieren.

Die Einstellung eines Berufsjägers, die von Wir Vier gefordert wird, sei nicht möglich, erklärte Herr Stein: Das Stahnsdorfer Jagdgebiet ist verpachtet, da ist kein Raum für einen Berufsjäger. Vielmehr sollten Abschussprämien der Gemeinde die Bereitschaft der Freizeitjäger erhöhen, so Plückelmann. Dafür wolle sich die SPD im Finanzausschuss stark machen.

Heinrich Plückelmann von der SPD Stahnsdorf formulierte folgende konkreten Verabredungen:

  • Ausnahmegenehmigungen für beschränkte Jagdhandlungen für die Privatgrundstücke können beim Ordnungsamt eingereicht werden. Sie werden als Sammelantrag an die Untere Jagdbehörde weitergereicht.
  • Der stellvertretende Landrat sagt zu, dass diese Anträge möglichst innerhalb von drei Wochen beantwortet werden sollen.
  • Der Jagdpächter Diwiszek ist in dringenden Fällen zu erreichen unter 0331/622865.
  • Siehe auch die Hinweise der Gemeinde unter www.stahnsdorf.de.

Heinrich Plückelmann dankte den Beteiligten und Anwesenden und betonte, die SPD bleibe bei diesem Thema »am Ball«.

Bürgerversammlung "Schutz gegen Wildschweine" - © Simon Schneider, SPD Stahnsdorf
Bürgerversammlung "Schutz gegen Wildschweine" - © Simon Schneider, SPD Stahnsdorf

06.06.2009

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